XIV. Workshop für DoktorandInnen

Transitionsphasen - Genese und Ende einer Kultur

8JUNHO - 12JUNHO 2020
MADRID
Workshop

Anmeldung bis zum 13. März 2020 (Mitternacht, Madrider Zeit)

Wissenschaftliche Koordination: Dirce MARZOLI (Deutsches Archäologisches Institut, Madrid), Laurent CALLEGARIN (EHEHI-Casa de Velázquez, Madrid)
Unterstützung bei der Logistik: Antoine DUMAS (EHEHI-Casa de Velázquez, Madrid)
Organisation: Deutsches Archäologisches Institut (Madrid), École des hautes études hispaniques et ibériques (Casa de Velázquez, Madrid)

Orte:
Deutsches Archäologisches Institut, C/ Serrano, 159 - 28002 Madrid
Casa de Velázquez, C/ de Paul Guinard, 3 - 28040 Madrid

Zahl der DoktorandInnen: 16

 

Vorstellung

Kultur ist ein Komplex materieller und ideologischer Phänomene, die sich auf eine nicht biologische Weise von einer Generation zur nächsten übertragen, eine Gruppe von Menschen charakterisiert und ihre kollektive Identität gegenüber einer anderen Gruppe evidenziert, aber gleichzeitig einen Bezug zu anderen Identitäten bildet.

Glaubensvorstellungen, Lebens- und Denkweisen, Geschmack, Sprache und Schrift sind Phänomene, die sich auf empirische Weise während eines “temps long” vereinen und das charakteristische Fundament einer Kultur bilden. Kultur ist stets dynamisch, somit wandelbar und Veränderungen bis hin zur völligen Ersetzung ausgesetzt.

In diesem Workshop sollen Themen zur Sprache kommen, die den Prozess der Entstehung, der Eigenschaften, der Faktoren, der Periodisierung (frühe, mittlere und späte Phasen), das Ende und die Resilienz von Kulturen betrachten.

Folgende Themen stehen im Mittelpunkt:

  • Bewusstsein der Zugehörigkeit und der Entstehung einer Kultur. Wir werden die innere sowie die exogene Definition einer Kultur sowie das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Kultur analysieren. Um Transitionen zu begreifen, müssen die jeweiligen Kulturen materiell und ideologisch umschrieben werden.
     
  • Notsituationen, Kontakte und Akkulturation. Gibt es Alternativen zu den Diffusionistischen - und Evolutionsmodellen? Mitunter wurden Gegenüberstellungen postultiert und Kontakte zwischen zwei Kulturen als Konfrontation angesehen, der kulturelle Transfer nur in eine Richtung angenommen. Derzeit stehen häufiger die transkulturellen Interdipendenzen im Vordergrund und die Annahme, dass der Kontakt zwischen zwei Kulturen “Einheiten größerer Komplexität” erzeugt. Diese besondere Art von ‘Aufruhr’ der Transitionsperioden sind besonders interessant.
     
  • Faktoren der Auflösung. Veränderungen sind kulturellen Systemen inhärent, sie können von Minderheiten ausgehen oder diese besonders betreffen, Konflikte hervorrufen und das Ausmaß der Folgeentwicklung bestimmen. Jede Veränderung beinhaltet an sich das Potential für Konflikt. Wir werden die Folgen von Veränderungen thamtisieren (z.B. das Verhältnis Gewinner/Verlierer, Widerstand gegenüber Transformationen, Bemühungen des Erzeungnisses von Metamorphosen, die Auswirkungnatürliche und klimatische Phänomene).
     
  • Soziokulturelle Veränderungen. Die Untersuchung von kulturellen Transitionsphasen bezieht sich nicht nur auf die Gründe der Veränderungen (Politik, Militär, Migration, Klima usw.) sondern auch auf die Auswirkung auf die sich verändernden Gesellschaften, die auf der Basis neuer materieller, sozialer und religiöser Referenzen entstehen. Wir werden die unterschiedlichen Theorien zum Ende oder dem Bruch von Kulturen behandeln, ebenso wie Hypothesen zur Entstehung und Konsolidierung einer Kultur. Kann eine Kultur von sich aus entstehen und zu Grunde gehen? Oder ist ein Kontakt oder eine Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften eine Voraussetzung? Jedenfalls hängen Genese und Ende von Kuturen von dynamischen Prozessen ab, die von unterschiedlicher Dauer sein können in in deren weiteren Verlauf Personen untereinander und mit ihrem Umfeld interagieren.
     
  • Kulturelle Veränderungen und globale Geschichte. Aus archäologischer Sicht können kulturelle Veränderungen erfasst werden, die den Lebensstil betreffen, die Produktion und den Konsum und vieles mehr. Zu den mannigfachen Indikatoren gehören z.B. Keramikrepertois oder Münztypologien; wichtige Merkmale liefern die Kunst, die Architektur und Urbanistik, die Sprache und Schrift. Können Moden und Formen der Kommunikation vorbestimmt werden? Können sie abgelehnt werden, kann ihnen widerstanden werden? Wie vollzieht sich der Prozess der Veränderung, und wer sind die Akteurinnen und Akteure der Annahme eines neuen modus vivendi? Diese Fragestellungen führen zur Thematisierung der Entstehung von Gesellschaften, der widersprüchlichen Bestimmung autochthoner Merkmale, der Identität und der Verstetigung des materiellen und nicht materiellen Kulturerbes.
     

Kurzbeschreibung

In diesem Workshop sollen Themen zur Sprache kommen, die den Prozess der Entstehung, der Eigenschaften, der Faktoren, der Periodisierung (frühe, mittlere und späte Phasen), das Ende und die Resilienz von Kulturen betrachten.

Der geographische Rahmen umfasst den mediterranen Raum, besonders den Westen. Die chronologische Spannbreite reicht vom 1. Jahrtausend v. Chr. bis in das islamische Mittelalter.

Die Fragestellungen und Methoden der Doktorarbeiten der 16 TeilnehmerInnen werden eingehend besprochen. Die Zielgruppe umfasst DoktorandInnen der Fächer Vorgeschichte, Archäologie, Alte Geschichte, Geoarchäologie, Bauforschung sowie auf Archäologie bezogene Naturwissenschaften, deren Doktorarbeiten das Thema des Workshops zum Gegenstand haben. Das Thema des Workshops ist absichtlich weit gefasst um einen offenen Austausch zwischen Disziplinen, Forschungsfeldern und Traditionen zu ermöglichen.

An dem Workshop werden sich verschiedene Universitäten und Forschungseinrichtungen von ganz Europa und dem Maghreb beteiligen.

Jede/r Teilnehmer/in wird die Möglichkeit haben sich durch die Präsentation der eigenen Dissertation aktiv einzubringen. ProfessorInnen bzw. international renommierte Spezialisten der hier behandelten Thematiken werden den Workshop mit eigenen Beiträgen und im Dialog begleiten.

Die Aktivitäten finden alternierend in der Casa de Velázquez und dem DAI statt. An einem Tag wird der Workshop in Toledo stattfinden. Die Stadt bietet lehrreiche Schauplätze für Transitionsphasen unterschiedliche Kulturen und Real Fundación de Toledo wird einen außergewöhnlichen Rahmen für die Veranstaltung bieten.
 

Bewerbungsmodalitäten und Unterkunft

Das Ergebnis der Entscheidungen der Kommission werden am 23. März 2020 mitgeteilt.

Für alle nicht in Madrid Ansässigen wird vom 7. bis 12. Juni 2020 (fünf Nächte) Unterkunft und Frühstück in der Casa de Velázquez zur Verfügung gestellt. Für Mittagessen ist gesorgt, ebenso wie für den Transport zwischen der Casa de Velázquez und dem DAI und für die Reise nach Toledo.

Die Kosten der Anreise vom Heimatort nach Madrid werden jedoch nicht übernommen. Für Teilnehmer aus Marokko, Tunesien und Algerien werden insgesamt drei Reisestipendien in Höhe von 350 € bereitgestellt.

Sprachen des Workshops sind spanisch, französisch, deutsch, portugiesisch, italienisch und englisch.